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Anti-Diskriminierungsbüro Berlin e.V.
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Sprachförderung statt Sprachvorgabe PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Anti-Diskriminierungsbüro Berlin e.V.   
Donnerstag, 26. Januar 2006
Das Anti-Diskriminierungsbüro (ADB) Berlin e. V. fordert eine adäquate Sprachförderung anstatt einer Sprachvorgabe wie an der Herbert-Hoover-Oberschule in Wedding. Dort werden Schüler per Hausordnung dazu angehalten, auf dem Schulhof und auf Klassenfahrten ausschließlich Deutsch zu sprechen.

Das Anti-Diskriminierungsbüro (ADB) Berlin e. V. hält es für unerlässlich genau zu prüfen, inwieweit ein Sprachverbot im Rahmen einer Hausordnung in die im Grundgesetz verbürgten Persönlichkeitsrechte der Schüler eingreifen darf. Zudem hält es eine deutsche Sprachvorgabe an einer Schule für ein integrationspolitisch falsches, sogar schädliches Instrument. Schülern wird dadurch vermittelt, dass ihre Herkunftssprache unerwünscht ist. Es kann nicht der richtige Weg sein, eine Sprache zu verbieten, um eine andere Sprache zu lernen.

Es ist sprachwissenschaftlich belegt, dass ein gutes Beherrschen der Herkunftssprache eine wichtige Voraussetzung für das Erlernen einer Zweitsprache ist. Darum liegt eine wichtige Aufgabe der Schule darin, durch Wertschätzung auch die Motivation zum Erlernen und Verbessern der Herkunftssprache zu fördern. Zweisprachigkeit muss nicht nur für Englisch und europäische Sprachen erwünscht und gefördert werden. Das Sprachverbot und damit die offenkundige Geringschätzung gegenüber bestimmten Sprach- und Kulturräumen wirkt diskriminierend.

Die von Schülern mit Migrationshintergrund eingebrachten Sprachkenntnisse müssen ebenfalls als eine förderungswürdige Kompetenz anerkannt und als wichtige Bildungsressource gefördert werden. Die eigenen Kompetenzen zu schätzen und in der Schule konstruktiv einzubringen, ist angesichts eines solchen Verbotes offenbar unerwünscht. Darum fordern wir statt Sprachverbot eine breite öffentliche Unterstützung für Schulprogramme, die zweisprachige Alphabetisierung und Mehrsprachigkeit fördern und dadurch das Selbstbewusstseins und die Bildungsmotivation von Schülern mit Migrationshintergrund stärken.

Reza Rassouli
Für den Vorstand


Pressekontakt und weitere Informationen über (030) 204 25 11 bzw. unter www.adb-berlin.org

 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 27. Juni 2007 )
 
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