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Anti-Diskriminierungsbüro Berlin e.V.
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Telekom diskriminiert AsylbewerberInnen Convertir en PDF Version imprimable Suggérer par mail
Écrit par Anti-Diskriminierungsbüro Berlin e.V.   
07-12-2006
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Offener Brief: Diskriminierende Praxis der Verweigerung von Telefonanschlüssen
für AsylbewerberInnen im allgemeinen und Herrn O. im Speziellen
Kundennummer: XXXXXXXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

Herr O. wandte sich an das Anti-Diskriminierungsbüro Berlin e.V., da er sich von der Deutschen Telekom AG diskriminiert fühlte. Am 17. Oktober 2006 hatte er einen Telefonanschluss bei der Deutschen Telekom beantragt. Er erhielt eine schriftliche Antwort der T-Com Kunden Niederlassung Nordost, der auf den gleichen Tag datiert ist. In diesem wurde im mitgeteilt, dass die deutsche Telekom im keinen Telefonanschluss bereitstellen will. Die Begründung in dem uns vorliegendem Brief lautete, dass die T-Com für Asylbewerber generell keine Telefonanschlüsse einrichten würde.

Herr O. benötigt dringend einen Telefonanschluss. Er ist schwer krank und ist daher aus medizinischer Sicht nicht in der Lage die Aufgaben des täglichen Lebens selbst zu erfüllen. In einer Stellungnahme beschreibt der behandelnde Arzt die Notwendigkeit eines Telefonanschlusses wie folgt:

"Er (Herr O.) benötigt ein Telefon wegen Akutsituationen, die ständig akut auftreten und zum überwiegenden Teil durch telefonischen ärztlichen Rat behoben werden können, so daß Praxis und Krankenhausbesuche verhindert werden können."

Aber auch unabhängig von der speziellen Situation von Herrn O. sollte ein diskriminierungsfreier Zugang zu einem Telefonanschluss in Deutschland ermöglicht werden. Die Praxis der Deutschen Telekom stellt einen Beitrag zur (teilweisen) Ausgrenzung von AsylbewerberInnen aus dem öffentlichen und sozialem Leben in Deutschland dar.

Die diskriminierende Praxis der Deutschen Telekom wird durch die Formulierungen und die Wortwahl des Briefes noch unterstützt. So werden in diesem die AsylbewerberInnen als "Asylanten" bezeichnet. Außerdem wird um das Verständnis von Herrn O. für diese Maßnahme gebeten, da sie auch in seinem Interesse liegen würde. Sein Interesse hat er uns gegenüber allerdings klar geäußert: Ein diskriminierungsfreier Zugang zu einem Telefonanschluss unabhängig von seiner Nationalität, seinem Aufenthaltsstatus und einem eventuell laufendem Asylverfahren.
Daher richten wir in Absprache mit dem Herrn O. folgende Forderungen an die deutsche Telekom:

  • Eine unverzügliche Bereitstellung des beantragten Telefonanschlusses für Herrn O.
  • Eine Einstellung der diskriminierenden Praxis der Telekom, sowie eine unverzügliche Bereitstellung von beantragten Telefonanschlüssen für andere Betroffene.
  • Eine Entschuldigung der Deutschen Telekom gegenüber Herrn O. für die erlittene Diskrimierung, sowie die daraus resultierenden Nachteile.

Mit freundlichen Grüßen

Reza Rassouli
für den Vorstand

 
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