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Behandlung wegen Kopftuch verweigert PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Anti-Diskriminierungsbüro Berlin e.V.   
Dienstag, 10. Oktober 2006

Offener Brief: Behandlung wegen Kopftuch verweigert

Beschwerde gegen Fr. Dr. Kardasch; Havemannstr. 24; D-12689 Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hiermit möchten wir Sie über einen Vorfall informieren, der uns von Fr. Maria-Carmen S. nach einer Beratung in unserem Büro anvertraut wurde.

Fr. S. hatte bei Dr. Kardasch am 18.09.2006 telefonisch um einen Behandlungstermin gebeten. Fr. Dr. Kardasch stand in persönlichen Kontakt zur Mutter der Patientin, daher war ihr die religiöse Zugehörigkeit von Fr. S. bekannt sowie die Tatsache, dass sie ein Kopftuch trug. Beim Telefonat fragte Dr. Kardasch die Patientin, ob diese immer noch ein Kopftuch trage. Fr. S. bejahte die Frage, woraufhin ihr die Behandlung verweigert wurde. Grund für diese Verweigerung, berichtete uns Fr. S., sei die Tatsache, dass das Tragen des Kopftuches eine rein politische Aussage wäre und nichts mit dem Islam zu tun hätte.

Es fand ein Gespräch zwischen der Betroffenen, Fr. S., einer Mitarbeiterin des ADB und der Ärztin in ihrer Praxis statt. Dabei bekräftigte sie ihren Standpunkt, indem sie uns erklärte, sie hätte die Behandlung aus persönlichen Gründen abgelehnt, auf Nachfrage gab sie an, dass diese Gründe politische seien. Ihr Hauptargument schien darin zu bestehen, dass in der Türkei das Tragen religiöser Kopftücher in allen öffentlichen Gebäuden untersagt sei.

Wir fordern daher eine Stellungnahme der Ärztekammer Berlin sowie berufliche Konsequenzen gegen Fr. Dr. Kardasch.

Mit freundlichen Grüßen

Reza Rassouli
für den Vorstand

 
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